Touren über dem Sajatkar!

       
Wunderschöne Bergtouren, die sich niemand entgehen lassen sollte
Kreuzspitze (3164 m)

Einer der schönsten Aussichtsberge hinten im Sajatkar ist die Kreuzspitze (hier ein Panorama). Mit ihren 3.164 m Seehöhe ist sie die höchste Erhebung in dieser Gebirgsregion. Der Einstieg auf den wenig auffälligen Scherneskopf (3043 m) liegt im Norden des Sajatkars. Der Zustieg führt am noch sichtbaren Knappenloch vorbei. Hier wurde im 15. Jahrhundert Kupfererz geschürft, das 1200 m tiefer in einem heute noch vorhandenen Schmelzofen in Bichl vom tauben Gestein getrennt wurde.

Weiter geht es in einem 80 m langen Kamin, durchgehend mit Stahlseilen gesichert. Diese Seilsicherungen bieten mit ein bisschen Trittfestigkeit ausreichend Sicherheit. Allerdings sollten nur Geübte (für sie ist die Tour auch ohne Hüttenübernachtung zu schaffen) und schwindelfreie Wanderer diesen Gipfel bezwingen. Schließlich erreicht man über einen steilen, steinigen Hang das Gipfelkreuz. Nach einer Schweiß treibenden Gehzeit von 2 Stunden kann man ein überwältigendes Panorama genießen.

Auch diesmal kann man ihm nicht entgehen: dem majestätischem Anblick des Großvenedigers (3666 m). Mit ein bisschen Glück sieht man die Seilschaften wie kleine Ameisen über den Gletscher spazieren.

Vorderer Sajatkopf (2915 m)

Beginnend von der Kreuzspitze folgt eine Gratüberschreitung zum Hinteren Sajatkopf (3098 m). Bald nach dem Gipfelkreuz der Kreuzspitze, vorbei an einer Wetterstation, baut sich der Felsgrat aus scharfen, teilweise schwierig übersteigbaren Türmen auf. Dies zwingt zu Umgehungen, die überwiegend westseitig, zwischendurch auch ostseitig erfolgen. Der reichlich verschartete Gratteil des Hinteren Sajatkopfes endet an einer nach Süden abfallenden Gratstufe. Der weitere Gratverlauf zum Vorderen Sajatkopf ist völlig anders geartet. Das hellbraune, weiche Gestein ist zu Höckern abgewittert. Gleichmäßig fällt der Grat zum Gipfelkreuz ab. Hier kann man die Steilblicke ins über 300 m tiefer liegende Sajatkar und das einmalig schöne Panorama vom Virgental genießen.

Vom Vorderen Sajatkopf steigt man zur Zeit am besten auf steilen Rasenflanken zum "Fenster" (Bank am Prägratner Höhenweg) und von dort ins Timmeltal und zur Bodenalm ab oder auf dem Höhenweg zur Eisseehütte oder Sajathütte (Übernachtung). Die beschriebene Tour ist wirklich nur etwas für Geübte mit viel Ausdauer!!

Gipfeltour von der Kreuzspitze (3164 m) bis zur Zopetscharte (2958 m)

Am Gipfelkreuz der Kreuzspitze erfolgt der nördliche Abstieg in einen Blocksattel, die Tulpscharte, zwischen Kreuz- und Tulpspitze. Von dort zweigt auch ein markierter Steig ins Dorfertal ab. Die Tulpspitze mit ihrem eigensinnig abspreizenden Felsturm ist mit Stahlseilen bis zur Zopetscharte gesichert. Auf diesem Teilstück sind viele lose Steine und Geröll vorhanden. Beim Eintreffen in der Scharte hat man 4 Stunden und eine Menge herrlicher Blicke in die einzelnen Täler hinter sich. Von der Scharte aus kann man dann entweder wieder Richtung Dorfertal oder Richtung Timmeltal absteigen.

Rote Säule - Klettersteig Variante I (2820 m) – Gehzeit: 1 Stunde

1986 wurde ein durchgehend mit Stahlseil und Sprossenleiter gesicherter Klettersteig zur Roten Säule errichtet. Die notwendige Kletterausrüstung wird in der Sajathütte verliehen (gegen Kaution). Von der Hütte aus (Sajatkar) hat man in 15 Minuten den Einstieg zum Klettersteig erreicht. Mit Brust- und Sitzgurt, 2 Rebschnüren und 2 Karabinern ausgestattet kann nun dieses einmalige Erlebnis im Virgental beginnen. Unübersehbar sind die anfänglich kurzen Leitern, die über gegliederten, festen Fels zur großen, senkrecht aufgerichteten Platte führen, die von einer hohen Leiter entschärft wird. Bei dieser Leiter kommt über dem überhängendem Fels auch die Route von Variante II herauf. Sich selber sichernd geht es insgesamt ca. 1 Stunde die steile Felswand hinauf, bis uns, oben angelangt, ein Steinmandl sagen will:

"Sei gegrüßt, du tapferer Kletterer. Genieße das Alpenpanorama und du wirst dieses Bild mitnehmen als einen Schatz, den dir keiner mehr nehmen kann."

Dann geht es über den Grat entlang zum Gipfelkreuz. Ringsum ist die Aussicht offen in die Karnischen und Julischen Alpen, Lienzer Dolomiten, Lasörlinggruppe, Venedigergruppe mit Großvenediger, Schobergruppe und Glocknergruppe mit dem mächtigsten Berg Österreichs, dem Großglockner. Über den "Normalaufstieg" geht man dann genussvoll ins Kar zurück. Abstiege ins Dorfertal, ins Timmeltal, oder über den Katinweg nach Bichl.

Rote Säule - Klettersteig Variante II

Das Geübten vorbehaltene Klettererlebnis beginnt auf einem aalglatten Fels. Gleich am Einstieg, der die schwierigste Passage darstellt, stellt sich heraus, wer geeignet ist dafür. Schwindelfreiheit und Selbstsicherheit, aber vor allem viel Kraft in den Armen sind erforderlich, um die 14 m lange und 3 m überhängende zu überwinden. Bevor nun die Route über Klettersteig Variante I (an der hohen Leiter) weiterführt, lassen wir das Panorama weit über die Grenzen Österreichs hinaus auf uns wirken.

Rote Säule - Normalaufstieg (2820 m)

Gleich hinter der Sajathütte zweigt der Steig links ab, knapp unter der senkrecht aufsteigenden Felswand der Roten Säule vorbei. Nun beginnt das nach Süden abfallende Rasenleitl. Zwischen Edelweiß und Steinbrech führt der Steig im Zickzack in die Scharte. Die Querung der Scharte ist mit Sicherungsseilen versehen, so dass sich niemand vor dem ausgesetzten Teil fürchten muss. Von der Scharte geht's dann am Westfuß des Gipfels, wieder mit Stahlseilen gesichert, über Blöcke und Schuttbänder zum Gipfelkreuz der Roten Säule.

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